Datum
30. Sept. 2026
Ort
Essen/Wilhelmshaven
Herausgeber
OGE, Gascade, Gasunie Deutschland

Pressemitteilung

Gasnetzbetreiber erweitern Partnerschaftsvertrag für H2-Leitungen

Open Grid Europe GmbH und GASCADE Gastransport GmbH realisieren künftig gemeinsam mit Gasunie Deutschland Transport Services GmbH Kernnetzleitungen im Raum Wilhelmshaven.

Ein starkes Zeichen für das Wasserstoff-Kernnetz und die Entwicklung eines nationalen und europäischen Wasserstoffmarktes: Gasunie Deutschland wird neuer Partner bei den Wasserstofftransportleitungen Wilhelmshaven-Küstenlinie H2-Leitung (WKL) und Nordsee-Ruhr-Link I (NRL I), indem sie der bestehenden Kooperation von OGE und GASCADE beitritt. Die Leitungen sind Bestandteil des Wasserstoff-Kernnetzes und bilden den ersten Abschnitt der zentralen Verbindungsleitung vom Norden in den Nordwesten der zukünftigen Wasserstofftransportinfrastruktur von Deutschland.

Partnerschaftsmodell bietet Vorteile

Gasunie Deutschland setzt in der Region um Wilhelmshaven auf eine Partnerschaftsstrategie gemeinsam mit GASCADE und OGE. OGE behält mit 51% die Mehrheitsanteile und bleibt Projektentwickler sowie Ansprechpartner während der Errichtungsphase und den späteren Betrieb der Leitungen. Gasunie Deutschland übernimmt Anteile von OGE und beteiligt sich mit jeweils 24,5 %. GASCADE hält weiterhin ebenfalls 24,5 % an den beiden Projekten.

Die Entscheidung hat strategischen Charakter, nicht zuletzt mit Blick auf die Investitionen. Denn mit dem Aufbau des Wasserstoff-Kernnetzes im ersten Schritt bis 2032 gehen die beteiligten Gasnetzbetreiber in Vorleistung, um die Basis für einen nationalen und europäischen Wasserstoffmarkt zu schaffen. Der Trassenverlauf der Leitungen liegt strategisch optimal in der Region Wilhelmshaven, um auch einen grenzüberschreitenden vernetzten Wasserstofftransport mit den Niederlanden zu ermöglichen. Zudem befinden sich die WKL und der NRL I in einem fortgeschrittenen Projektstadium.

Stärkung einer nationalen und europäischen Wasserstoffinfrastruktur

Wo die Entscheidung auf der einen Seite strategischer Natur ist, so ist sie auf der anderen Seite ein klares Zeichen für die gemeinsame Realisierung des Wasserstoffkernnetzes und der Stärkung einer europäischen Wasserstoffinfrastruktur, die langfristig die Umstellung auf eine nachhaltige und klimaneutrale Energieversorgung ermöglichen soll.

OGEs Geschäftsführer Dr. Thomas Hüwener sagt: „Die Entscheidung eine Beteiligungsgesellschaft mit GASCADE und Gasunie Deutschland einzugehen unterstreicht die Bedeutung der Wilhelmshaven Küstenline H2-Leitung und des Nordsee-Ruhr-Links I im Wasserstoff-Kernnetz. Als Gasnetzbetreiber gehen wir bei dem Aufbau einer nationalen Wasserstofftransportinfrastruktur geschlossen voran und legen damit den Grundstein für eine zukünftige Wasserstoffwertschöpfungskette auf nationaler und europäischer Ebene.“

Gasunie Deutschland Geschäftsführerin Britta van Boven betont: „Wilhelmshaven als Import- und Produktionsstandort von Wasserstoff wird für den Wasserstoffhochlauf in Deutschland und Europa eine wichtige Rolle spielen. Wir freuen uns, gemeinsam mit OGE und GASCADE diese zur Erschließung dieses Standortes wichtige Infrastruktur zu realisieren. Aufgaben von hoher nationaler Bedeutung lassen sich am besten gemeinsam bewältigen“.

GASCADE-Geschäftsführer Christoph von dem Bussche ordnet ein: „Der Aufbau eines funktionierenden Wasserstoffmarktes und einer leistungsfähigen Wasserstoffinfrastruktur gehen Hand in Hand. Mit unserer Beteiligung an der WKL und dem NRL I stärken wir wichtige Projekte in der Region Wilhelmshaven, die als Anker für den Hochlauf der Wasserstoffwirtschaft dienen. Gemeinsam schaffen wir die Voraussetzungen dafür, Erzeuger, Importeure und Verbraucher miteinander zu verbinden und das Wasserstoff-Kernnetz Schritt für Schritt mit Leben zu füllen.“

Über die Projekte Wilhelmshaven Küstenlinie H2-Leitung und Nordsee-Ruhr-Link I:

Die Wilhelmshaven Küstenlinie H2-Leitung verläuft auf ca. 12 km entlang der Küste von Wilhelmshaven, weitestgehend auf Industrieflächen und endet am Voslapper Groden. Geplant ist die WKL mit einem Durchmesser von DN 1000 mm sowie einer Auslegung auf 100 bar. Ab dem Voslapper Groden setzt dann der Nordsee-Ruhr-Link I an, der auf ca. 21 km Länge bis nach Sande / Dykhausen in weitestgehender Parallellage zur Wilhelmshaven Anbindungsleitung (WAL) verläuft. Der NRL I ist mit einem Durchmesser von DN 1400 mm sowie einer Auslegung für 100 bar geplant. Für beide Leitungen sieht das Wasserstoff-Kernnetz Ende 2027 als Datum der Inbetriebnahme vor.