10. Feb. 2025
Madrid, Essen
REN, enagas, Téréga, NaTran, OGE
Pressemitteilung
H2med-Förderer stellen Ergebnisse vor und skizzieren die nächsten Schritte des Projekts
Am 7. November starteten die H2med-Förderer einen Aufruf zur Interessenbekundung (Call for Interest, CFI) für die länderübergreifende Initiative zur Verbindung der Wasserstoffnetze von der Iberischen Halbinsel bis nach Nordwesteuropa von Portugal, Spanien, Frankreich bis nach Deutschland.
Der Aufruf zur Interessenbekundung sollte die Bedürfnisse aller Regionen entlang des H2med-Korridors ausloten, vor allem entlang der nationalen Wasserstoff-Netze, die von den fünf Projektträgern bis Anfang der 2030er Jahre entwickelt werden. Außerdem sollen die Bedürfnisse künftiger Infrastrukturnutzer entlang der gesamten Wasserstoff-Wertschöpfungskette ermittelt werden. Die Ergebnisse werden helfen, die Infrastrukturplanung zu optimieren und Betriebsspezifikationen festzulegen.
Heute stellten die H2med-Förderer in einem Online-Webinar die Ergebnisse dieses H2med-Aufrufs zur Interessenbekundung vor und präsentierten ihre Analyse der wichtigsten Trends und Zahlen. Diese Präsentation folgt auf die Verkündung der CEF-Ergebnisse, die in der letzten Januarwoche veröffentlicht wurden. Die Projektträger sind eingeladen, mit CINEA eine Finanzhilfevereinbarung für beide H2med-Projekte zu unterzeichnen: CelZa und BarMar.
Vielversprechende Ergebnisse für den H2med-Korridor
- Fast 170 Unternehmen haben sich mit über 500 gemeldeten Projekten beteiligt und damit ein starkes Interesse an der geplanten Infrastruktur gezeigt sowie die Rolle von H2med zur Dekarbonisierung der Industrie bestätigt. Diese Ergebnisse zeigen die Bedeutung des H2med-Projekts für den REPowerEU-Rahmen, der 10 Mt im Inland produzierten erneuerbaren und fossilfreien Wasserstoff und 10 Mt aus Importen anstrebt, genauso wie für den kürzlich verabschiedeten Net Zero Industry Act, die beide die entscheidende Rolle von Wasserstoff bei den Bemühungen der EU zur Dekarbonisierung der Industrie unterstreichen.
- Die iberische Halbinsel hat ab 2030 ein starkes Exportpotenzial (0,4 Mt/Jahr für Portugal und 1,22 Mt/Jahr für Spanien) und erreicht ab 2032 die volle BarMar-Kapazität. In Spanien bestätigen diese Ergebnisse das Potenzial, das im Markttest von Enagás für 2023 aufgezeigt wurde. Den Ergebnissen zufolge wird in Spanien im Jahr 2035 ein Volumen von 4,6 Mt Gesamtproduktion und 2,6 Mt Produktion für den spanischen Verbrauch erwartet. Diese Marktsondierung zeigt auch das Interesse der nordafrikanischen Länder, ihre Wasserstoffproduktion ab 2040 nach Europa zu transportieren.
- In Frankreich zeigt der CFI große Mengen mit einer starken Entwicklung von Produktion und Abnahme. Der Verbrauch könnte bis 2050 fast 0,9 Mt/Jahr erreichen, vorwiegend durch die chemische Industrie und die Produktion von E-Kraftstoffen für den Mobilitätssektor zurückzuführen ist. Dies zeigt die Schlüsselrolle von Wasserstoff in der Energiewende und bei der Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit. Die Zahlen zu Verbrauch und Produktion spiegeln die entlang des H2med-Korridors gesammelten Daten wider, das volle Potenzial von Produktion und Verbrauch in Frankreich könnte höher sein. Ein Teil der nationalen französischen Produktion wird voraussichtlich über HY-FEN nach Deutschland exportiert.
- Projekte im Westen Deutschlands, die vorwiegend via H2med versorgt werden könnten, werden bis 2035 die Hälfte der Kapazität von H2med in Anspruch nehmen. Der H2med-Korridor leistet einen wesentlichen Beitrag zur Deckung dieser Nachfrage, die laut dem deutschen Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz bis 2040 voraussichtlich 17 bis 21 Mt/Jahr erreichen wird. Die von OGE erhobenen Zahlen spiegeln nur einen Teil des gesamten deutschen Verbrauchs wider, da hauptsächlich der potenzielle Kundenstamm von OGE am CFI teilgenommen hat. Laut der 2024 durchgeführten deutschlandweiten Umfrage machen OGE-Kunden etwa ein Drittel des gesamten deutschen Verbrauchs von Wasserstoff aus. Daher ist das Echo aus diesem Teil des deutschen Marktes vielversprechend.
Nächste Schritte und Herausforderungen
- Erweiterung der H2med-Allianz, die im vergangenen Dezember in Madrid von den H2med-Förderern (REN, Enagás, Teréga, NaTran, OGE), Vertretern der deutschen und spanischen Regierung und Privatunternehmen entlang der gesamten Wertschöpfungskette, die die Initiative unterstützen, gegründet wurde. Diese Allianz wird eine entscheidende wirtschaftliche Rolle spielen und den Korridor langfristig durch regelmäßige Treffen unterstützen.
- Den Zeitplan für die Umsetzung des Maßnahmenpakets für Wasserstoff und dekarbonisiertes Gas in den beteiligten Mitgliedstaaten in Einklang bringen. Dieser Prozess wird dazu beitragen, das Risiko von Infrastrukturprojekten zu verringern und der Industrie Planungen zu erleichtern.
- Die Matchmaking-Plattform weiter entwickeln, die Eintragung neuer Projekte ermöglichen, Marktentwicklungen zu fördern und den Aufbau von Geschäftsbeziehungen für zukünftige Kooperationen zu erleichtern.